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		<title>Männerpsyche</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 09:48:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>astoryguy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist erstaunlich, dass man sich als Mann meist nicht damit zufrieden geben kann etwas erreicht zu haben, sondern immer nach höherem strebt. In Beziehungen ist das genauso. Hat man nach langem Werben eine feste Freundin, versucht man in den ersten Wochen das nachzuholen was einem vor der Beziehungen gefehlt hat. Regelmäßiger Sex, gemeinsame Unternehmungen, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=einegeschichte.wordpress.com&amp;blog=11258499&amp;post=10&amp;subd=einegeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist erstaunlich, dass man sich als Mann meist nicht damit zufrieden geben kann etwas erreicht zu haben, sondern immer nach höherem strebt. In Beziehungen ist das genauso. Hat man nach langem Werben eine feste Freundin, versucht man in den ersten Wochen das nachzuholen was einem vor der Beziehungen gefehlt hat. Regelmäßiger Sex, gemeinsame Unternehmungen, ruhige Stunden zu zweit. Selbst Zeit zum Kuscheln ist aus Sicht eines Mannes hier zu Beginn drin. Nach den ersten Wochen wird dann versucht die Prioritäten in der Beziehung etwas zu verschieben. Man gönnt sich das ein oder andere Fussballspiel im Fernsehen mehr, trotz moderatem vorbehalt der Freundin. Auch Männerabende müssen zum seelischen Ausgleich nun vorhanden sein. Spätestens nach mehreren Monaten versucht man sich um die ersten unliebsamen Verabredungen der neuen weiblichen Bekanntschaft á la &#8220;ich stelle Euch meinen Freund vor&#8221; herumzudrücken. Dabei ist man(n) um Ausreden nicht verlegen. Erste Phasen der Resignation stellen sich ein, weil die Sex-Quote, die in den ersten Wochen noch vielversprechend hoch war, erstaunlich schnell abnimmt. In den frei gewordenen Zeiträumen bestimmen von nun an Aufgaben wir Hausputz oder Müll rausbringen den Tagesplan. Und so ganz allmählich erwischt man sich wie man in der U-Bahn wieder anderen Mädels sehnsüchtig hinterherschaut. Nicht, dass man das zwischenzeitlich komplett vernachlässigt hätte. Die lüsternen Gedanken waren allerdings in den ersten Wochen der Beziehung doch deutlich weniger geworden.</p>
<p>Genauso ging es mir. Blickte man Morgens auf dem Weg zur Arbeit noch etwas verschlafen drein, so waren Abends die Sinne für potentielle Partnerinnen erheblich geschärft. Eine langsame Steigerung während der Arbeitszeit inklusive versteht sich. Nach 2 Jahren Beziehung dürfte ich mir das aber auch erlauben. Zumindest sagte ich mir das immer wenn ich ein schlechtes Gewissen bekam. Und ich tat schließlich nichts schlimmes. Ich schaute ja nur. Angesprochen hatte ich noch keine. Bisher. Ein paar mal war ich kurz davor gewesen. Dann war ich in Gedanken sofort zu den Problemen der Umsetzung gekommen. Eine Affäre? Sicher, das wäre reizvoll. Aber wie? Und wo? Wo sollte ich die zusätzliche Zeit hernehmen? Und wie vor meiner Freundin diese Sache verschleiern? Das waren aus meiner Sicht fast unlösbare Probleme zu dieser Zeit, weil unsere Leben sich meiner Meinung nach über die Zeit schon zu sehr verflochten hatten. Also ging ich jedes Mal weiter oder wendete den Blick ab. Schaute ihnen sehnsüchtig aus dem Augenwinkel hinterher.</p>
<p>Durch diese innerliche Blockade entwickelt man vorbehalte gegen sich selbst. Ich glaube das ist ein generelles Problem der Männer. Man weiß, dass man diese Frauen nicht ansprechen sollte, weil sich mehr daraus entwickeln könnte. Weil man das, was man über die Jahre erreicht hat damit aufs Spiel setzt. Dadurch, dass man es lässt fängt man Gründe zu suchen, warum man es tatsächlich nicht getan hat. Man redet sich ein, dass die bestehende Beziehung gar nicht der wahre Grund dafür ist. Sondern der nicht vorhandene Körper, die fehlenden Muskeln oder die schlecht frisierten Haare. Vielleicht auch die eigene Kleidung, bei der man im Laufe der Zeit das Hemd gegen den bequemeren Pullover ausgetauscht hat. Oder man betrachtet sich im Spiegel und ist verwundert wie unbeholfen man guckt und sich bewegt. Jeder Kollege, jeder Freund wird damit zum potentiellen Schreckgespenst. Man ist immer auf der Suche nach einem positiven Vergleich. Aber genau dort fängt der Schlamassel erst richtig an. Hat man seine vermeintlichen Mängel ausgemacht, die Fehler erkannt und nimmt man sich vor diese so gut es geht auszumerzen, stellt sich sehr schnell die große Resignation ein, wenn dies nicht gelingt. Und schon dreht sich die Beziehungs-Spirale weiter. Stetig nach unten.</p>
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		<title>Sie</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 09:14:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das war einer dieser Momente in denen ich mich zuerst gefühlte hundertmal Frage, ob ich etwas sagen soll oder nicht. Vornehme Zurückhaltung oder freundliche Teilnahme? Ich entschied mich für letzteres und ein kurzes &#8220;Gesundheit&#8221;. Schließlich war ja Weihnachten. Ein Lächeln. Und ein &#8220;Danke&#8221; als Antwort. Jetzt war ich animiert, irgendwie angeregt ein Gespräch zu beginnen. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=einegeschichte.wordpress.com&amp;blog=11258499&amp;post=8&amp;subd=einegeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war einer dieser Momente in denen ich mich zuerst gefühlte hundertmal Frage, ob ich etwas sagen soll oder nicht. Vornehme Zurückhaltung oder freundliche Teilnahme? Ich entschied mich für letzteres und ein kurzes &#8220;Gesundheit&#8221;. Schließlich war ja Weihnachten. Ein Lächeln. Und ein &#8220;Danke&#8221; als Antwort. Jetzt war ich animiert, irgendwie angeregt ein Gespräch zu beginnen. Vielleicht auch nur einen weiteren Satz hinzuzufügen. Immerhin hatte sie mich nicht ignoriert, wie ich das normalerweise in solchen Situationen gewöhnt war. Diese typischen Situationen in denen man allen Mut zusammennimmt, um eine fremde Frau anzusprechen und dann nur mit Stille gestraft wird. In diesem Moment reichte ihre Teilnahme am vermeintlichen Kurzgespräch schon dazu einen großen Sprung über meinen eigenen Schatten zu machen.</p>
<p>&#8220;Ohje, jetzt nur nicht krank werden über die freien Tage&#8221;. Ein Satz. Ein ganzer Satz. Was hatte ich getan. Und so wie es schien ignorierte Sie mich immer noch nicht. Ein wenig verwundert war ich schon. Und mir fiel auf, dass ich einmal mehr eine große Problematik im Thema &#8220;wie spreche ich eine Frau an&#8221; gekonnt vertagt hatte. Nämlich die Frage, ob man jemanden duzen oder siezen sollte. Diese Frage wurde jetzt immer konkreter, je mehr wir uns in ein richtigtes Gespräch begaben. Ich entschied mich kurzerhand fürs Du. Viel älter als ich schien sie nicht zu sein, eher etwas jünger. Damit hatte ich den Weg für die nächste Viertelstunde geebnet, in der wir uns angeregt unterhielten. Die Welt um mich herum schien sich kurz auszublenden. Für mich gab es nur noch sie. Alles was sie sagte sog ich genüsslich in mich hinein und versuchte jedes einzelne Wort, jedes einzelne Geräusch, jede Bewegung von ihr abzuspeichern, um es nie wieder zu vergessen.</p>
<p>Wir unterhielten uns über Weihnachten in der Familie. Auch sie war gerade auf dem Weg nach Hause zu ihren Eltern und ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder, der ihr aber eher wie fünf Jahre jünger vorkam. Er sollte sie gleich vom Bahnhof abholen. Der Smalltalk vom Beginn unseres Gesprächs entwickelte sich mehr in mehr in ein Auseinandernehmen der weihnachtlichen Klischees und unserer Meinung dazu. Kartoffelsalat mit Würstchen fanden wir beide nicht besonders reizvoll, Stress in der Familie gab es meistens am ersten Weihnachtsfeiertag wenn die Familie begann sich selber zu sehr im Weg herumzustehen und die gespielte Harmonie mit einem Schlag begann zu verfliegen. Irgendwann entfernten wir uns vom Weihnachtsthema, der Frage nach dem jährlichen Kirchenbesuch und der Auswahl der Geschenke und bewegten uns zum beruflichen hin. Nach ihrem Schulabschluss und ihrer Ausbildung sei sie eine Zeit lang in Österreich gewesen. Sie erzählte mir von ihren Erfahrungen, die eigentlich rundweg positiv ausgefallen waren. Ich war dort noch nie, konnte mir aber schwer vorstellen eine zusammenhängende Zeit von mehr als zwei Wochen Urlaub in Zukunft dort zu verbringen. Vielleicht Wien, aber ansonsten?</p>
<p>Während unserer Unterhaltung begann ich sie vorsichtig zu mustern. Männer machen das so. Manchmal etwas subtiler, manchmal sehr offensichtlich. Auf einer Party mit genügend Alkohol geht der erste Blick schon einmal den Körper herunter, bevor das Gespräch ausgiebig begonnen wird. Sofern ein ausgiebiges Gespräch auf einer Party denn überhaupt möglich ist bei lauter Musik und etlichen Leuten, die einem im Suff merkwürdige Dinge erzählen. Dazwischen stehen dann meist mittelhübsche Single-Frauen, die mir ihren meist relativ neu erworbenen Digitalkameras wahllos in die Menge knipsen, um später alles Fotos unzensiert im Internet zu veröffentlichen. Pech für den, der von seiner Freundin dann bei einem Gespräch mit einer Fremden Frau erwischt wird. Zusätzliches Pech wenn es so aussieht als hätte man dabei auch noch Spaß. Meine Blicke waren in diesem Moment aber nicht wie die auf einer Party. Ich versuchte sie nur vorsichtig zu mustern, wie sie es wahrscheinlich bereits unbemerkt bei mir getan hatte. Frauen können das meist etwas unauffälliger. Ich bemerkte ihr zusammengestecktes Haar hinter dem Kopf, das wahrscheinlich in etwa bis zu ihren Schultern reichte wenn sie den Zopf lösen würde. Sie hatte zarte und gepflegte Hände, ein Piercing im Gesicht, nur ein kleiner Stecker links über der Oberlippe. Sie schien zwar jung, aber doch irgendwie reif. Das gefiel mir an ihr. Ich versuchte ihr beim Gespräch in ihre Augen zu schauen. Im Nachhinein bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das schaffte. Es ist schwer einen genauen Punkt zu bestimmen, auf den man sich bei einem Gespräch unter zwei Personen konzentriert. Starrt man ihn zu sehr an wirkt das unfreundlich. Ein Blick, der übermäßig in der Gegend herumsucht wirkt hingegen leicht abwesend. Ich versuchte einen Mittelweg zu finden. Zumindest war ich mir sicher, dass ich durchgehend lächelte. Meinte ich das nur, oder sah sie das auch?</p>
<p>So langsam näherten wir uns ihrem Endbahnhof. Ich merkte das erst als wir wirklich angekommen waren und ein bisschen schien es mir als ginge es ihr auch so. Irgendwann kam der Zug fast zum Stehen und sie schaute etwas überrascht aus dem Fenster, packte schnell ihre Tasche und wir verabschiedeten uns, indem wir uns ein schönes Weihnachtsfest im Kreise unserer Familie wünschten. Doch meine Gedanken kreisten zu diesem Zeitpunkt um ein ganz anderes Thema, dass einige Minuten vorher in unserem Gespräch aufgetaucht war. Wie es kam weiß ich heute nicht mehr. Ich nehme an, dass ich eine Frage gestellt hatte und sie es daraufhin sagte. Eine Sache, die für viele Männer gereicht hätte, um das Gespräch auf dem schnellste Wege zu beenden und so zu tun als sei nie etwas gewesen. Sie war verheiratet.</p>
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		<title>Es beginnt</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 14:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>astoryguy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die meisten Geschichten starten mit einem Ende. Und mit einem Rückblick auf den Zeitpunkt, an dem sie begann.Meine Geschichte startet mit einem Anfang. Ein Anfang ohne das Ende zu kennen. Ein Anfang wie die Geburt oder der erste Schultag. Nur, dass es hier keine Möglichkeit gibt die Weichen der Zukunft zu beeinflussen. Man lässt Dinge [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=einegeschichte.wordpress.com&amp;blog=11258499&amp;post=6&amp;subd=einegeschichte&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Geschichten starten mit einem Ende. Und mit einem Rückblick auf den Zeitpunkt, an dem sie begann.Meine Geschichte startet mit einem Anfang. Ein Anfang ohne das Ende zu kennen. Ein Anfang wie die Geburt oder der erste Schultag. Nur, dass es hier keine Möglichkeit gibt die Weichen der Zukunft zu beeinflussen. Man lässt Dinge auf sich zukommen und man entscheidet. Aber man entscheidet ohne die Auswirkung auf das Ende der Geschichte zu kennen. Denn das Ende ist nicht greifbar, man hat es niemals genau vor Augen. So beginnt alles.</p>
<p>Meine Geschichte beginnt an Weihnachten. Trotzdem muss es keine romantische Geschichte werden. Das würde es nur, wenn man ein Klischee erfüllen wollen würde. Und das kann man zu Beginn nicht wissen, wenn man das Ende nicht kennt. Jedenfalls hatte ich die erste Hälfte des Tages im Büro verbracht. Ein typisches seiner Art. Fünf Schreibtische, davon vier besetzt. Aber nur ein Kollege. Der Rest befand sich im verdienten Winterurlaub. Ansonsten wenig, dass es Wert wäre zu erwähnen. Jeder von uns besitzt einen Computer und einen abschließbaren Rollcontainer. Der Teppichboden ist fast so grau wie der Büroalltag und an der Wand hängt allerlei Papier, das mit Reißzwecken dort fixiert wurde. Statistiken, Grafiken, zwischendurch ein lustiger Zeitungsausschnitt oder ein Zitat. Ein Büro eben. Von unseren Pflanzen hatten nur wenige die letzten Monate überlebt. Der Grund bestand wohl im chronischen Wassermangel. Obwohl genug Wasser und Zeit vorhanden war. Nur kein Antrieb dies zu ändern.</p>
<p>Auf dem Weg zur Straßenbahn unterhielt ich mich mit meinem Kollegen über Weihnachten. Typischer, langweiliger Smalltalk. Weihnachtsessen hier, Familie dort, die letzten Geschenkideen auf die Schnelle. Nur nicht den Zug nach Hause verpassen. Hier Familienfeier, dort Familienfeier, wie sich die Weihnachtsschicksale doch glichen. Dann der kurze Weg zum Zug am Fahrkartenautomaten vorbei. Reges Vorweihnachtstreiben in der Bahnhofshalle, was nicht anders zu erwarten war. Junge und alte Menschen, abgehetzte Gesichter, dazwischen hoffnungsvoll und besinnlich grinsende Omis. Von der anderen Seite des Bahnsteigs wehte ein zimtiger Gebäckduft herüber. Doch das belegte Brötchen, das ich eben von einem der zahlreichen Bäcker erworben hatte, genügte mir fürs erste. Auf zur Bahn. Und dort trotz aller schlimmen Prognosen in den letzten Tagen sogar einen komfortablen Sitzplatz direkt am Fenster. Entgegen der Fahrtrichtung. Kein Problem, denn gegen die Fahrtrichtung lässt es sich angenehmer aus dem Fenster schauen. Die Abgewandheit von der Zielrichtung nahm der Fahrt die Hast und ließ einen ruhigeren Blick auf die Umgebung zu. Jetzt nur keine alten Herren mit schlagartigen Asthmaanfällen oder Mütter im besten alter mit ihren kleinen Bälgern im selben Abteil. Nicht schon vor dem vermeintlichen Familienkrach an Weihnachten die Nerven strapazieren. Und doch, es kam anderes. Mutter mit Vater, zwei Kinder, bestes Alter zum herumtoben und durch die Gänge hüpfen. &#8220;Kevin, bleib doch bitte sitzen&#8221; oder &#8220;Nun kommt aber mal her und seid still&#8221; &#8211; zwei der häufigsten Sätze meiner eineinhalbstündigen Zugfahrt. Und dann kam sie.</p>
<p>Ich versuchte trotz allem in Ruhe mein Brötchen zu essen, so dass ich die junge Frau zwei Sitze neben mir erst gar nicht bemerkte. Im Nachhinein würde ich sagen, dass schwarzes, mittellanges Haar hatte. Vermutlich braune Augen, zumindest nicht blau. Es schien als hätte mir der Zufall eine Mitfahrerin zugewiesen, die unentwegt etwas auf Ihrem Handy tippte ohne von Ihrer Umwelt Notiz zu nehmen. Gebannt starrte sie auf das Gerät, während ich versuchte unbemerkt einen Blick auf sie zu erhaschen, um einen bewertungsfähigen Gesamteindruck zu bekommen. Vergleichen Männer eigentlich unentwegt Ihre Freundin mit anderen Frauen? Mir ging das in den seltensten Fällen so. Vielleicht traf ich aber auch einfach zu wenige andere Frauen. Oder ich traute mich nicht zu vergleichen, weil ich Angst hatte verlieren zu können. Dabei hätte ich wohl in den seltensten Fällen verloren nehme ich an. Aufgrund meiner Einschätzung in diesem Augenblick kam ich zu einem durchschnittlichen Ergebnis und konzentrierte mich wieder auf mein Brötchen. Zumindest versuchte ich es. Denn irgendetwas fässelte mich doch. Vielleicht ihre Unaufgeregtheit in dem weihnachtlichen Treiben, vielleicht ihr Desinteresse an mir. Ich nahm mir vor sie zu ignorieren und in Ruhe meine Zugfahrt abzusitzen. Meinem Brötchen folgte deshalb die Tageszeitung aus meiner Tasche. Sie sollte die Fahrt zumindest um die Hälfte verkürzen, nahm ich mir vor. Das schaffte Sie auch. Bis die Frau neben mir nießte.</p>
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